Alternative Gaming Hardware

Was spielt ihr gerade? Welches ist euer Lieblingsgenre? Diese und weitere Fragen können hier diskutiert werden.

Alternative Gaming Hardware

Beitragvon Antiheld » Di 21. Jan 2014, 23:00

Hallo,

spätestens seit der OUYA hat jeder zumindest davon gelesen, Alternative Gaming Hardware. Diese gibt es jedoch schon viel länger als die OUYA. Es gibt Leute, die Konsolen in Handhelds umbauen, Retro-Konsolen die mehrere alte Konsolen in einer vereinen und Handhelds die für Emulatoren gedacht sind. Seit es Android gibt, ist der Markt riesig. Die "China-Klone" haben sich durch Handheld im Grunde genommen in kleine Gaming-Allrounder entwickelt. Das Phänomen ist so beliebt, dass westliche Entwickler wie Archos mit dem Archos Gamepad aber vor allem Nvidia mit der Shield nachziehen.

Interessieren euch solche Geräte? Würdet ihr sie kaufen?

Mich interessieren solche Geräte sehr. Ich habe mich seit dem letzten Jahr damit beschäftigt und bin seitdem so fasziniert, dass ich mir ein Gerät zulegen möchte. Da ich Fan von Retro-, Indie-Spielen und Hacks bin sind diese Geräte die ideale Abspielplattform für mich.
Das Nvidia Shield ist mir jedoch zu teuer und die meisten Asia Importe entweder zu billig verbaut wie die von JXD oder Yinlips und andere Modelle wie das Archos Gamepad ist mir zu unhandlich.
Ich warte daher auf das Gametab One von Bigben. Die Leistung des Geräts ist super und von Bigben erwarte ich mir eine gute Verarbeitung mit gutem Komfort. Das Gerät sollte schon im November kommen, ist jedoch ohne Meldung nicht erschienen. Es gibt Shops, die es für den März 2014 listen. Ich hoffe sehr darauf, dann für mich wäre es eine ideale Konsole für Indie-Spiele und Retro-Spiele (wie spielen auf dem Wii U Gamepad nur mit einem besseren Angebot als es die VC bzw. der Online Marktplatz momentan haben).
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Re: Alternative Gaming Hardware

Beitragvon Lukas » Do 23. Jan 2014, 22:29

Ich bin da momentan sehr konservativ was alternative Gaming-Hardware angeht. Klar kann man dann alle Klassiker auf der Konsole spielen - aber ich finde dass bereits für Tablets/Handys ein ordentlicher ROM-Spielfluss ist. Was ich aber zugeben muss ist, dass die Idee mit dem Tablett in ein Gamepadgehäuse zu stecken echt super ist :)
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Re: Alternative Gaming Hardware

Beitragvon Antiheld » Fr 24. Jan 2014, 17:07

Im Grunde genommen sind die meisten Konsolen ja nur Android-Sticks mit eigenem Gehäuse und Controller von daher eigentlich fast identisch mit einem Smartphone, welches man an den PC anschließt. Die Handhelds sind wiederum Tablets mit Controlleraufsatz oder festmontierten Knöpfen, im Grunde genommen also ganz simpel. Man hat damit die Freiheit eines PCs (also nicht softwaremäßig sondern in Bezug auf Emulation) in einer Konsole oder einem Handheld und das fasziniert mich.^^

Mit Retro-Konsolen beschäftige ich mich auch nicht so sehr, da ich Retro-Spiele (also von NES/Master System/Gameboy bis N64/Playstation) entweder auf der originalen Hardware oder auf dem Handheld spiele. Was ich trotzdem interessant finde ist das hier: Das Retron 5, damit kann man originale GB, GBC, GBA, NES, Famicon (Jap. NES) SNES (US, Pal Japan) und Mega Drive/Genisis Module abspielen. Die orignalen Controller passen ebenfalls alle. Da es noch Upscaling und Scanlines und einen HDMI-Anschluss hat, sehen die Spiele auf einem HD-Fernseher mit der Konsole besser aus, als wenn man sie auf einer originalen Konsole spielt.


Der Handheld-Markt ist auch extrem unübersichtlich. Es gibt einerseits mehrere Linux-basierte Handhelds mit jeweils eigener Firmware, die nur für Emulation da sind und das machen die auch alle richtig gut und flüssig. Die meisten sind davon jedoch schon ein paar Jahre alt und kommen vom Design noch aus einer Zeit in der sie eher den Game Boy Micro nachgemacht haben, was also einen eher kleinen Bildschirm und keine Analog-Knöpfe bedeutet (höchstens ein Schiebepad). Die Verarbeitung ist da höchst unterschiedlich.
Königsklasse ist hier die Pandora. Von außen (und die Oberseite von innen) sieht der Handheld aus wie ein DS Lite. Die Oberseite ist ein Touchscreen. Auf der Unterseite befinden sich Steuerkreuz, Aktionstasten, 2 Schiebepads und eine vollwertige Qwertz-Tastatur. Es hat 2 vollwertige SD Slots, vollwertige USB Anschlüsse, und die komplette Hardware kann ausgetauscht und wie beim PC aufgemotzt werden. Es hat ein eigenes vollwertiges Linux Betriebssystem und eine aktive Community. Entwicklung, Produktion, Zusammenbau etc. geschieht alles in Europa. Das Gerät hat auch eine aktive Community. Im Grunde genommen ist es ein Linux-Laptop in der größe eines DS-Lite mit Handheld-Tasten. Diese Möglichkeiten kostet aber halt auch ihr Geld. Die aktuellste Version kostet 500€ und wenn die neue rauskommt wird die wohl wieder deutlich darüber legen. Das heißt dafür bekommt man eine PS Vita, einen 3DS XL und einen Android Handeld.

Andererseits gibt es die bereits schon erwähnten Android Handhelds. Wie in meinem ersten Post angedeutet haben diese eine interessante Entwicklung hinter sich. Angefangen haben sie mit "GBA" Knockoffs. Die hatten das Aussehen eines GBA SP (und Später GB Micro) und haben Minispiele und Puzzlespiele wie Tetris abgespielt, im Grunde genommen das gleiche wie die Billiggeräte die man hier ab und zu auch bei den Angebotswochen von Lidl oder mal im Conrad Electronics bekommt. Das Design von offiziellen Nintendo-Produkten hatten sie einerseits, um halt dumme Käufer im Internet abzufangen und andererseits, da Nintendo-Produkte in China lange verboten waren und so sahen die Geräte von außen zumindest wie die richtigen Handhelds aus. Die Qualität war oft extrem minderwertig, die Spiele waren voller Bugs, das Plastik und der Bildschirm billig und die Elektronik ging oft kaputt (als die MP3-Player so langsam populär wurden, gab es in der Anfangszeit in der Preisklasse unter 100€ doch solche die aussahen wie USB-Sticks mit einem einzeiligen Display und die hatten auch oft einer sehr schlechte Qualität, Abspielfehler und und und, die Qualität der Handhelds kann man sich genauso vorstellen).
In der nächsten Generation haben die Handhelds anstatt wie der DS eher wie die PSP ausgesehen. Statt fest installierten Puzzlern gab es Emulatoren von NES, Gameboy und Master System (mit fester Spieleauswahl, weitere konnte man nicht drauf machen). Die Qualität war immernoch meistens miserabel. Es gab da schon vereinzelt Bastler, die die Dinger importiert und gemoddet haben, jedoch verschwindend wenige.
Spätere Modelle haben dann auch schon SNES und GBA (extrem schlecht) emuliert, die Qualität war wie die ganze Zeit immer noch sehr schlecht. Zu dieser Zeitpunkt haben Emulations- und Retro-Fans die Modelle auch in größeren Zahlen den Westen importiert. Die verschiedenen Hersteller hatten dadurch das Interesse, das technisch beste Modell herzustellen, sprich man konnte Roms manuell draufziehen und Emulation sowie Verarbeitung wurden so langsam besser. Es entwickelten sich sogar Communitys die besser Firmware und Emulatoren für die Geräte entwickelten.
Mit dem Siegeszug von Android hatten die PSP-Klone irgendwann auf Android als Betriebssystem gesetzt. Android anzupassen war viel billiger für die Hersteller und für die Kunden, die die Geräte wegen Emulation importierten war die Firmware nun viel offener. Die Verarbeitung war auch hier immer noch schlecht. Im Grunde genommen haben sich 2 Firmen (Yinlips und JXD, wobei JXD momentan bessere Produkte herstellt) als die besseren Hersteller kristalisiert, diese haben ihre Produkte von mal zu mal verbessert. Es kamen Schiebepads (die jedoch vom System ebenfalls als Steuerkreuz registriert wurden) und die Hardware wurde von mal zu mal besser, sodass man flüssiger und mehr emulieren konnte. Der aktuell hochwertigste von diesen Asia-Handhelds ist wohl (neben ein paar Neulingen, die ich jetzt noch nicht so gut kenne) die JXD S7800B (hier wird die Hardware zwar einmal für 250€ angeboten, die Standardpreise liegen aber eher zwischen 130 und 180€. Da man diese Produkte seltenst bei großen Shops bestellen kann, gibt es keinen richtigen Festpreis den man überall erkennen kann und daher weichen die Preise in den Onlineshops oft stark voneinander ab). Mit ein bischen Gefrikel funktionieren beide Analog-Sticks. Emulieren lassen sich alle Plattformen von NES bis N64 und Playstation und auch die Handhelds inklusive NDS. PSP und Dreamcast ist ebenfalls möglich, wobei das noch nicht so ganz flüssig ist. Die Verarbeitung ist immer noch hinter dem 3DS oder der Vita aber um Welten besser als früher.
Da gerade die JXD-Modelle so erfolgreich waren, dass sie nicht nur oft importiert sondern auch inzwischen von europäischen und amerikanischen Shops angeboten wurden, haben auch westliche Entwickler damit begonnen solche Produkte anzubieten. Namentlich das Archos Gamepad, das Nvidia Shield, das Wikipad, das Razr Edge und kommen sollen jetzt noch das AMD Discovery und Das Gamepad One

Weiterhin gibt es inzwischen etliche Gamepad-Aufsätze für Smartphones[1][2][3] und so langsam auch welche für Tablets [1], aber im Gegensatz zum Gamepad One werden die nicht über USB sondern mit Bluetooth/Wifi/Funk verbunden (daher eigener Akku der geladen werden muss) und andererseits erkennen nicht alle Geräte, alle Gamepads und nicht jedes Spiel erkennt die Mappingsoftware (da nicht alle Emulatoren und nicht alle Spiele über Button-Unterstützung verfügen, kann man die Buttons einstellen, dass sie die Stelle des Bildschirms aktivieren, wo das virtuelle Gamepad normalerweise angezeigt wird. Bei vielen Spielen kann man die Anzige dieser virtuellen Knöpfe ausschalten sodass es wie eine richtige Controllerunterstützung wirkt), bei geräten wo der Controller dabei ist (egal ob zum aufstecken oder eingebaut) ist die Mappingsoftware besser und die Firmware ist schon auf die Buttonerkennung ausgelegt daher funktioniert es dort viel besser.

Genau wie bei der Xbox 360, PS3 und vielen 3rd Party-Controllern haben viele dieser Geräte (vor allem die älteren Versionen) kein durchgehendes Steuerkreuz. Wie manche wissen, hatte Nintendo das Patent auf das durchgehende Steuerkreuz und wenn man daher auf den westlichen Markt wollte, musste man entweder dafür bezahlen um das Patent zu verwenden oder halt auf ein durchgehendes Steuerkreuz verzichten.
Die Geräte für den chinesischen Markt hatten das Steuerkreuz oft trotzdem, da Patente dort egal sind. Jetzt ist das Patent ausgelaufen und alle Plattformen können das durchgehende Steuerkreuz weltweit, legal und kostenlos verwenden. Ich finde ein schönes Beispiel dafür, wie Patente eine sinnvolle technische Entwicklung auch verhindern können.

Ich finde die Entwicklung dieser Handhelds wirklich super interessant. Von den Billigprodukten die eigentlich wertlos waren, bis hinzu Produkten die die Handhelds von Sony und Nintendo meines Erachtens sogar überholt haben.

Wie man merkt kann ich mich für die Handhelds begeistern und daher will ich mir unbedingt so einen Handheld holen. Für Emulation und jedoch auch für Scumm VM, RPG-Maker-Spiele und Hacks von Mario, Megaman, Metroid und Zelda.
Das Archos Gamepad ist wie gesagt zu unhandlich. Das Razr Edge ist ein Windows 8 Tablet mit der Hardware eines Gaming PCs und wenn man das Tablet + (ultrahässlichen) Controlleraufsatz will muss man weit über 1000€ zahlen, das AMD Discovery ist nur ein Technikprojekt um diese Hardware für Endkunden attraktiv zu machen, jedoch ebenfalls mit Windows 8 Gaming PC basierend und daher in der selben Preisklasse.
Beim Wikipad finde ich die Aktionstasten und das Steuerkreuz nicht sehr handlich. Daher bleiben das Nvidia Shield, welches jedoch nur einen 5 Zoll-Bildschirm hat und schon sehr teuer ist und das Gametab One, welches eventuell gecanelled wurde.
Ich hoffe so sehr, dass das Gametab One noch rauskommt sonst muss ich mich wohl zwischen JXD S7800B, Wikipad und Nvidia Shield entscheiden, welche ich alle nicht zu 100% perfekt finde.

So, wer mein Geschwafel bis hierhin gelesen hat, den belohne ich mit einem Video, welches die Produkte in Aktion zeigt und die Faszination daher noch besser vermittelt: Video.
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